Montag, 10. Mai 2010

Hochschule 2012 - eine kostenneutrale Verarschung

Mehr Studienplätze für Studienanfänger (20 000 an der Zahl) möchte das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst (MWK) in Baden-Württemberg an den Hochschulen im Land im Zuge des Programms "Hochschule 2012" schaffen. Diese sollen besonders die erwartete Welle von Studienanfängern nach den ersten doppelten Abiturjahrgängen abfangen.
Erst beim zweiten Hinsehen entdeckt man den Haken an dieser vermeintlich positiven Botschaft. Finanziert werden die "zusätzlichen" Studienplätze nämlich aus den laufenden Haushalten der Hochschulen. Durch die sogenannte "Mittelschöpfung", der Umleitung von Geldern, die aufgrund der "Freihaltung" (Vakant-Haltung) von Professorenstellen verfügbar werden, in die Haushalte der Hochschulen, sollen  die anfallenden Zusatzkosten von 56 Millionen Euro jährlich plus einmaliger Investitionskosten von 19 Millionen Euro finanziert werden.
Kurz: Professorenstellen werden freigehalten, um die neuen Studienplätze zu finanzieren. Das Land gibt für diese Stellen keinen Cent zusätzlich aus, im Gegenteil, es verdient an der Mittelschöpfung sogar, da ein Anteil der "geschöpften" Finanzmittel beim Land verbleibt. Das Ganze geht zu Lasten der Hochschulen und der Qualität der Lehre an diesen. Doch was ist daran neu? An kostenneutrale Reformen hat sich die Bildungsrepublik Deutschland ja längst gewöhnt.
Lest zu diesem Thema auch die Pressemitteilung der Grünen.

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